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Von Karlheinz Alschner  Americantackleshop.com

Die Dropshotmethode ist eine Finessetechnik, die ursprünglich in den klaren Trinkwasserreservoirs von Kalifornien erfunden wurde. In den USA war diese Technik dann in Vergessenheit geraten. Im japanischen Profi-Angelsport wurde sie jedoch weiterentwickelt und als dann in den 90er Jahren die ersten japanischen Angelprofis bei den amerikanischen Turnieren mit Dropshot richtig abräumten, erinnerte man sich wieder an diese sehr fängige Art den Schwarzbarschen nachzustellen.

Aus dem Japanischen übersetzt heißt die DS Methode „immer glücklich“.

Und Dropshot macht diesem Namen alle Ehre. Die enorme Fängigkeit rührt grundsätzlich von zwei Ursachen her. Der wichtigste Aspekt ist die Tatsache, dass sich unser Köder am DS-Rig immer in der Strike Zone befindet, knapp über dem Grund, wo sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unsere Hauptzielfische Barsch und Zander in über 80Prozent der Zeit aufhalten.

Die Konstruktion mit dem Bleigewicht am Grund und dem beköderten Haken mehr oder weniger knapp darüber sorgt dafür, dass sich unser Köder auf seinem ganzen Weg durchs Fischwasser parallel zum Grund bewegt. Die Höhe über Grund, in der er dies tut kann mit Hilfe der verschiebbaren Spezialgewichte situationsabhängig eingestellt werden.

Die allermeisten anderen Spinnangeltechniken erlauben uns nicht unseren Köder so lange in der fischhaltigen Zone anzubieten.

Die Möglichkeit unsere Köder krautfrei auf den Haken aufzubringen sorgt zusätzlich dafür, dass wir unsere Montage in sehr hängerträchtigen Gewässerabschnitten anbieten können. Und gerade hier stehen unsere Zielfische am liebsten.

Der zweite Hauptrund für die Fängigkeit des Dropshotrigs ist  die Tatsache, dass die Räuber den schwerelos im Wasser schwebenden Köder problemlos und ohne nennenswerten Widerstand einsaugen können. Das weckt bei den  Raubfischen keinen Verdacht, wie es z.B. ein zu schwerer Jigkopf tut. Das Gewicht am unteren Ende der Montage spielt im Falle eines Anbisses überhaupt keine Rolle. Es hat lediglich die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass unser Köder sicher im richtigen Abstand über dem Grund schwebt.

Die Montage

Die Montage eines Dropshotrigs ist denkbar einfach. Man hätte sie eigentlich schon längst selbst erfinden müssen. Mittels eines speziellen Knotens, dem Palomarknoten,  wird ein Öhrhaken mittig auf ein ca.1,20m langes Stück Fluorocarbonvorfach gebunden. Der Haken steht bei richtiger Bindung rechtwinklig vom Vorfach ab. An das obere Ende kommt eine Einhängeschlaufe, an das untere Ende wird ein Dropshotblei angeklippt. Der Klipp erlaubt es das Blei wieder zu lösen und den Abstand zwischen Haken und Gewicht zu verändern. So kann man mal näher , mal weiter vom Grund fischen, je nach Situation.

Als Haken kommen drei Grundmodelle in Frage. In USA wird traditionell mit relativ kleinen, leichten Öhrhaken gefischt. Meine Favoriten sind da die Owner Mosquito Hooks oder die MUSTAD KVD extra wide gap Hooks (gibt’s bei http://www.Americantackleshop.com) Auf diese wird der Köder „nosehooked“ aufgebracht. Nur am vorderen Ende gehakt also. Für die krautfreie Montage empfehlen sich bei relativ schlanken Ködern wie z.B.Gummiwürmern, dünndrähtige Offsethaken.

Dropshot-Köder

V.o.n.u.: Zoom Tiny Fluke, Zoom Ultravibe Speedcraw, BassPro Walley Paddletail, StrikeKing Superfinesseworm   alle erhältlich bei  https://www.americantackleshop.com/

Als Köder für die DS-Angelei kommen möglichst weiche, schlanke Softplastikköder in Frage. Köder mit Auftrieb eignen sich besser als sinkende, da sie beim Einholstop frei im Wasser schweben und beim leicht zupfenden Führungsstil auch besser spielen als sinkende Gummis.

Als Übungsköder für Anfänger eignet sich auch ein halber Tauwurm sehr gut. Er bringt für den Starter schnellen Erfolg. Meist sind es kleinere Barsche, die man mit Wurm fängt, aber man bekommt schneller das Gefühl für die Führungsart und die Art des Anziehens nach dem Biss.

Für Barsche verwendet man Köderlängen bis ca 10-12cm, auf Zander dürfen die Köder gerne auch bis 17-18cm lang sein, das gleiche gilt beim gezielten Hechtangeln.

Selbst Meeresangler benutzen schon die DS-Montage um ihre Fischkästen zu füllen. Hier wird dann natürlich mit entsprechenden Haken, Ködern und Schnurstärken geangelt.

Anhieb

Hier streiten sich die Gelehrten. Einer bevorzugt einen sofortigen kurzen Anhieb, der andere dreht einfach mal schneller an der Kurbel ohne anzuschlagen.

Am sinnvollsten scheint wirklich die Methode zu sein, bei der man, sobald stetiger Zug auf die Schnur kommt, einfach die Rute anhebt und schnell einholt. Wenn man sich vorstellt, was im Moment des Anbisses unter Wasser vorgeht, erklärt sich diese Variante fast von selbst.

Sobald ein Räuber den Köder einsaugt spürt man dies mehr oder weniger deutlich über die geflochtene Schnur bis ins Handteil der Rute. Schlägt man jetzt direkt hart an, zieht man dem Räuber den Köder mitsamt  Haken womöglich aus dem Maul heraus. Wartet man jedoch  ein, zwei Sekunden länger, dann dreht der Fisch mit der vermeintlichen Beute im Maul seitwärts ab und dann reicht schon ein entschlossener Zug auf der Schnur um den Haken im Fischmaul zu drehen und ihn in der weicheren Maulwinkelpartie greifen zu lassen. Auf sehr vielen Fangfotos von DS-Fischen kann man den Haken mit Köder in der Seitenfalte des Fischmauls sehen. Die fast schwerelose Präsentation des DS-Köders lässt den Räuber im Glauben ein echtes Beutetier erjagt zu haben, deshalb dreht er auch arglos seitlich ab.

Gerät

Mittlerweile gibt es ja auf dem deutschen Markt schon Dropshot-Ruten von jedem Hersteller. Einige sind brauchbar, die meisten jedoch nicht. Man ist hier auf den rasant fahrenden Zug der amerikanischen Angeltechniken aufgesprungen, ohne sich mancherorts genau  über die Anforderungen an das richtige Gerät  informiert zu haben. Ohne hier irgendeine Markenempfehlung abgeben zu wollen sei nur so viel gesagt: Eine Dropshotrute sollte ca. ein Wurfgewicht bis 25, maximal 30Gramm haben, für das Bootsangeln reicht eine Länge von ca.2,10m völlig aus, Uferangler können hier Ruten von 2,70m bis maximal 3m verwenden. Die Ruten sollten zwar eine weichere Spitze aufweisen, aber dennoch genügend Rückgrat haben um auch einem kräftigeren Zander oder Hecht Paroli bieten zu können. Umlackierte Winkelpicker mit Schlabbercharakter, wie sie von manchen Herstellern angeboten werden, haben hier nichts zu suchen. Man muss auch nicht unbedingt in den Highend Preisklassen suchen um eine Rute zu finden, die man für das DS verwenden kann. Auch gut gewählte, passende Spinnruten der mittleren Preisklasse tun hier oft gute Dienste. Die Klasse eines Anglers drückt sich nicht im Kaufpreis seines Gerätes aus. Den Titel Spezialist kann man sich nicht im Angelladen kaufen, den verdient man sich nur durch Praxis und Routine.

Abschließend sei gesagt, dass mit der Dropshotmethode  eine Angeltechnik in unsere doch schon sehr eingefahrene Angelwelt gekommen ist, die sich auf Grund ihrer Einfachheit, schnellen Erlernbarkeit und unschlagbaren Fängigkeit sicher  schon heute einen festen Platz in den Herzen der Raubfischangler  erobert hat und sicher werden noch viele Angler dem Ruf der Finesse folgen.

Tight Lines wünscht Karlheinz.   Das reimt sich sogar 🙂

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