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Am Anfang war der Wurm

Bericht von Karlheinz Alschner, Americantackleshop.com

Der Wurm ist der Angelköder schlechthin. Kein Fisch im Süßwasser kann an ihm vorbei. Ob winziger Kaulbarsch oder riesiger Wels. Auch alle Friedfische von Brassen bis Schleie lieben den fleischigen Happen. Kein gezeichneter Anglerwitz ohne Wurm am Haken. Selbst Laien, die zum ersten Mal die Rute schwingen, wissen um die universelle Einsetzbarkeit des Schlänglers. Würmer sind die erfolgreichsten Angelköder aller Zeiten und dies sowohl als echte Naturköder, als auch als künstliche Imitation. Karlheinz Alschner zeigt einige der fast unendlichen Anzahl von Angelmethoden auf, speziell wie man den Raubfischen mit Wurmködern auf die Schuppen rückt.

Würmer sind super. Relativ leicht zu besorgen, notfalls im Angelgeschäft zu kaufen und sie fangen alles was Flossen hat. Diese Tatsachen war auch dem Amerikaner Nick Creme aus Oklahoma bekannt. Allerdings gab es da im Jahre 1949 noch ein Problem mit der Hälterung der Superköder. Im Winter froren sie in der Dose ein und im Sommer lösten sie sich in der Hitze des Mittelwestens auf. Deshalb erfand er  einen künstlichen Wurm, der dem Naturvorbild täuschend ähnlich sah. Diesen Kunstwurm konnte man allerdings beim Angeln nicht so einsetzen wie man es mit einem echten tat. Einfach auf den Haken pieken, ins Wasser werfen und darauf warten, dass der Geschmack oder Geruch des Wurms einen hungrigen Fisch überzeugte war nicht. Man musste den Köder bewegen um die Fische, in Creme´s Fall Schwarzbarsche, zu überlisten. Und so kam es, dass sich spezielle Angeltechniken entwickelten, die heute so erfolgreich sind wie vor 70 Jahren.

Spezielle Hakenformen für die Wurmfischerei wurden erfunden, Montagen mit denen man in krautigen Gewässern fischen konnte, Bleiköpfe extra für Wurmköder und natürlich eine unüberschaubare Anzahl von Wurmformen, Größen und Farben.

Die Urmontage Cremes war das mittlerweile auch bei uns beliebte, weil sehr fängige Texas-Rig. Hiervon gibt es im Groben zwei Varianten. Erstens das weightless Rig, ohne Zusatzgewicht für die Fischerei im Oberwasser und Mittelwasser. Hier wird ein Softplastikwurm auf einen Offset- oder Longshank-Haken aufgezogen und an feinem Geschirr ausgeworfen. Der Köder sinkt durch das Gewicht des Hakens langsam ab, wird allerdings durch leichtes Zupfen in die lose Schnur zum Leben erweckt und in den oberen Wasserschichten gehalten.

Die zweite Variante des Texas-Rig ist die mit dem geschossförmigen Blei und der Glasperle vor dem Haken. Diese Montage fischt man gezupft am Grund entlang.

In unseren Gewässern fallen auf diese Methoden alle Raubfische herein, ob Rapfen, Hecht, Zander oder Barsch. Keiner kann diese vermeintlich leichte Beute ausschlagen.

Eine etwas jüngere Wurmangelmethode ist das Wacky-Rig. Hierfür verwendet man nicht all zu lange Wurmköder. Für unsere Gewässer ist eine Länge von 10-15cm ideal.

Der Wurm wird etwa in der Körpermitte auf einen sehr weitbogigen Haken aufgespiesst. Auch leichte Jigköpfe können bei tieferen Gewässern oder leichter Strömung eingesetzt werden.

Auf den Bildern 1 bis 3 ist die Anfertigung des Wacky-Rig zu sehen, auf Bild 4 eine Abwandlung, das Neko Rig. Hier wird der Worm auf einer Seite mithilfe eines einsteckbaren Bleigewichtes beschwert und gleitet so nach unten zum Gewässergrund uns bleibtauf dem Bleikopf stehen (falls es sich um auftreibende Gummiwürmer handelt).

Beim Absinken flattern dann die freien Enden des Wurms verführerisch. Diese Bewegungen kann man durch leichtes Zittern der Rutenspitze noch verstärken. Hat der Köder den Boden erreicht, wartet man ein paar Sekunden. Manchmal folgen die Räuber dem Köder zum Grund und lesen ihn dann vom Boden auf. Ist dies nicht der Fall, so hebt man die Rutenspitze wieder an, um dem Köder wieder die Möglichkeit des freien Falls zu geben. Der fast schwerelose Köder wird meist völlig vom Räuber eingesaugt. Sobald in der Absinkphase die Schnur stockt oder zuckt, hat der Anhieb zu erfolgen.

Auch am mittlerweile extrem beliebten und viel beschriebenen Dropshot-Rig ist ein etwas kleinerer wurmförmiger Köder immer einen Versuch wert. Hier geht sowohl die nose-hooked Montage als auch die Anbringung im Wacky-Style.

Das Angeln mit Shakey-heads und Wurmködern ist noch nicht all zu bekannt, wird aber, wenn sich ihre Fängigkeit herumgesprochen hat, sicher auch ein Renner. Bei den Shakey-heads ist der Winkel zwischen Hakenöhr und Hakenschenkel, der bei herkömmlichen Bleiköpfen 90° beträgt, etwas größer. Der Shakey Köder muss unbedingt schwimmend sein.

Dadurch stellt er sich beim Erreichen des Bodens unter Wasser mit dem Hinterteil nach oben auf. Zupft man nun an der Leine, so kippt der Köder kurz nach hinten um, stellt sich aber durch die spezielle Konstruktion des Bleikopfes sehr rasch wieder auf. Diese Stehauf-Bewegung veranlasst dann Barsch und Zander den Köder vom Grund aufzusaugen. Auch hier gilt: sobald Bewegung in die Leine kommt – Anhieb.

Doch auch für Freunde des Naturköderangelns gibt es im amerikanischen Angelsport neue ungeahnte Möglichkeiten.

Die für mich fängigste Methode ist das Splitshot-Rig.  An sich ist diese Montage nicht mehr als ein Vorfach mit aufgeklemmtem Bleischrot. Der Kniff bei der Naturködervariante ist der Haken.

Weil mit natürlichen Ködern die weedless (krautfreie) Montage nicht möglich ist, müsste man mit freier Hakenspitze fischen. Da auch das Splitshot-Rig am Grund entlang geführt wird, wäre so mit sehr vielen Hängern zu rechnen. Aus diesem Grund kommen hier Spezialhaken mit Krautabweisern zum Einsatz. Ein halber Tauwurm wird auf den Haken aufgezogen, die Krautklammer wird geschlossen und los geht´s. Diese Montage ist fast 100 prozentig hängersicher. Spürt man beim langsamen Heranholen des Köders ein Ziehen oder Zupfen an der Leine , geht man mit der Rutenspitze dem Fisch etwas entgegen, um ihm die Möglichkeit zu geben, den Wurm unbeschwert aufzunehmen. Bei der nächsten Bewegung in der Schnur setzt man den Anhieb. Man verwendet zum Splitshot-Angeln eine weiche Rute um erstens den sehr leichten Köder besser auswerfen zu können, zweitens damit der Fisch beim ersten Köderkontakt nicht gleich gegen eine harte Rutenspitze anziehen  muss. Diese Methode funktioniert ebenfalls sehr gut mit fingerlangen toten Köderfischen.

Auf den großen Seen Nordamerikas wird mit Schleppmontagen, an deren Ende ein Tauwurm auf einem Zweihaken-System hängt, auf Zander gefischt. Mit Hilfe eines Walkerbleies oder eines Bottombouncers wird die Montage am Grund gehalten, während man das Ganze hinter dem driftenden oder langsam fahrenden Boot  schleppt. Vor den zwei Haken, die ca. 10cm voneinander am Vorfachende angebunden  sind, sind einige Perlen und davor ein leichtes Spinnerblatt aus Kunststoff aufgefädelt. Der leichtlaufende Spinner macht den optischen und akkustischen Reiz, der Wurm den geschmacklichen. Auch bei unseren Zandern und Barschen funktioniert dieses System vorzüglich.

Seit Kurzem hat die norwegische Firma MUSTAD einen Haken namens „Slow death“( langsamer Tod) auf dem Markt , der einen ganz besonderen Effekt hat. Man zieht einen halben Tauwurm auf den Haken auf. Der Knick auf dem Hakenschenkel versetzt den Wurm schon beim langsamsten Schleppen oder Einholen in Rotation. Ein absolut verführerisches Köderspiel für alle Räuber, sogar ein Einsatz an Forellenseen ist sicherlich interessant.

Für die neue Angelsaison ist es empfehlenswert sich des Themas Raubfischangeln mit Wurmvariationen einmal anzunehmen und den Fischen mit neuen, nie gesehenen Techniken auf die Schuppen zu rücken. In diesem Sinne: GOOD FISH.

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